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Verfasst am: 01. 10. 2011 [09:17]
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sr_veronika
Themenersteller
Dabei seit: 26.10.2010
Beiträge: 326
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"schalom" schrieb:
Spannend scheint mir in diesem Zusammenhang auch das Verhältnis Beichte /Psychologie/Therapie von Seiten der Kirche aus. Wie die Kombination da heute aussieht. Ganz konfliktfrei war das ja in der Vergangenheit nicht, Erkenntnisse aus den letzt genannten mit ein zu beziehen.
Wie seht Ihr das?
Dazu fällt mir gleich was ein: Eine meine Landsfrau war erstaunt, als sie hörte, in Deutschland beichte man fast nicht mehr. Darauf sagte ich ihr: Ja, aber dafür besuchen viele Menschen die psychotherapeutische Praxis, was eben in meinem Land eher ungewöhnlich und mit Vorurteilen besetzt ist.
Die Beichtväter / Prieser heute sollten unbedingt eine nötige Ausbildung in diesem Fach haben! Denn mit frommen Worten kommt man bei den "aufgeklärten" Menschen nicht gut an. Wir sind zu sehr an die Zweifel gewöhnt und an das Beweisen. Vieles muss bei uns erst im Kopf stimmen, erst dann erreicht es auch Herz.
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Verfasst am: 01. 10. 2011 [14:55]
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schalom
Dabei seit: 21.02.2011
Beiträge: 143
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"sr_veronika" schrieb:
Die Beichtväter / Prieser heute sollten unbedingt eine nötige Ausbildung in diesem Fach haben! Denn mit frommen Worten kommt man bei den "aufgeklärten" Menschen nicht gut an. Wir sind zu sehr an die Zweifel gewöhnt und an das Beweisen. Vieles muss bei uns erst im Kopf stimmen, erst dann erreicht es auch Herz.
Oh, wie recht Du damit hast! Es ist wirklich in den meistern Fällen erforderlich, dass die, die die beichte abnehmen, darin geschult sind.
Und, ja, das ist eine Herausforderung unserer Zeit Kopf und Herz in harmonischen Klang zu bringen. Das kenne ich nur zu gut.
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Verfasst am: 01. 10. 2011 [19:55]
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Medea
Annett
Dabei seit: 12.05.2011
Beiträge: 103
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"sr_veronika" schrieb:
"schalom" schrieb:
Spannend scheint mir in diesem Zusammenhang auch das Verhältnis Beichte /Psychologie/Therapie von Seiten der Kirche aus. Wie die Kombination da heute aussieht. Ganz konfliktfrei war das ja in der Vergangenheit nicht, Erkenntnisse aus den letzt genannten mit ein zu beziehen.
Wie seht Ihr das?
Dazu fällt mir gleich was ein: Eine meine Landsfrau war erstaunt, als sie hörte, in Deutschland beichte man fast nicht mehr. Darauf sagte ich ihr: Ja, aber dafür besuchen viele Menschen die psychotherapeutische Praxis, was eben in meinem Land eher ungewöhnlich und mit Vorurteilen besetzt ist.
Die Beichtväter / Prieser heute sollten unbedingt eine nötige Ausbildung in diesem Fach haben! Denn mit frommen Worten kommt man bei den "aufgeklärten" Menschen nicht gut an. Wir sind zu sehr an die Zweifel gewöhnt und an das Beweisen. Vieles muss bei uns erst im Kopf stimmen, erst dann erreicht es auch Herz.
Das ist tasächlich eine spannende Frage, Schalom. Ich denke, ähnlich wie Sr. Veronika schon beschrieben hat, dass die Psychologie heute die Religion ersetzt. Also nicht nur die Beichte sondern auch das Glauben, das Vertrauen, sich selber kennen und lieben lernen, Sinnkrisen bewältigen ect... das macht man als "moderner" Mensch heute eher mit dem Psychologen, früher war dafür wohl eher der Pfarrer zuständig.
Beim schreiben kommt mir grad der Gedanke: es sollte vielleicht nicht so sein, dass die Pfarrer nun zu Psychologen ausgebildet werden und quasi in Konkurenz zur Psychotherapie treten.
Ein Beichtgespräch oder auch nur so ein Gespräch mit dem Pfarrer und erst recht mit Gott kann einem ja einiges geben was einem das Gespräch mit einem Psychologen nicht geben kann. ich spreche ein wenig aus Erfahrung, ich hab zwei Psychotherapien hinter mir. Die haben zwar ein bisschen geholfen, so richtig wohl in meiner Haut fühl ich mich aber erst seit ich mich der Kirche zugewendet habe.
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Verfasst am: 02. 10. 2011 [11:03]
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sr_veronika
Themenersteller
Dabei seit: 26.10.2010
Beiträge: 326
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Liebe Medea! Du hast es so präzise beschrieben, dass ich nichts mehr dazu sagen kann außer: Genau so ist es!
In der Tat gibt es in der Psychologie eine Grenze, die nur durch das Angebot von Gott überschreitet - und die ganzheitliche Heilung schenken kann!
Was ich aber auch merke: Zuerst war bei Dir die Psychotherapie drann, erst dann der Glaube. Hier fällt mir eine Gefahr ein, die oft eine tiefe Frömmigkeit darstellt: Dass sich Menschen in die Glaubenswelt flüchten und ihren Problemen, die sie fest anpacken sollten, ausweichen. Psychotherapie ist eine harte Arbeit an sich selbst! Ein slowakisches Sprichwort besagt: "Helfe Dir, Mensch, dann hilft Dir auch Gott".
Ein mein ehemaliger Lehrer lachte mal im Unterricht über die Beichte: "Da geht man hin, sagt seine Sünden auf, dann geht er wieder weg und kann vom Neuen Sündigen..."
Beichte ist nicht ein Pflaster für das schlechte Gewissen und schafft auch nicht die Folgen der Sache aus der Welt. Die Ich denke, beichte sollte eigenlich am Ende eines Prozesses stehen - oder besser mittendrinn. Erkenntnis - Selbsterkenntnis - Reue - Beichte - Heilungsweg - Wiedergutmachung (soweit möglich) - Verwandlung.
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Verfasst am: 02. 10. 2011 [18:22]
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Medea
Annett
Dabei seit: 12.05.2011
Beiträge: 103
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Stimmt!!!
Das Ende eines Prozesses. So hab ich Taufe und vorhergehende Beichte bei mir empfunden. Es war kein Anfang im Sinne von Probieren, eine Entscheidung, ein sichtbar gemachtes Ende einer lange Entwicklung.
Natürlich, die Gefahr zu flüchten vor den eigentlichen Problemen, die besteht immer. Alles mögliche kann Flucht sein: Umzüge, Arbeitswechsel, Aussteigertum, vielleicht auch Religion. Bedenkenswert...
Die Probleme anpacken, nun gut. es ist manchmal nicht leicht, die probleme überhaupt herauszufinden. Wie eine Zwiebel, immer wenn du eine Schale abziehst denkst du, du hast das Innere, das Problem. Dann kommt aber noch eine Schale, und noch eine,... Wo liegt nun das eigentliche Problem was man anpacken soll?
Oh je! da muss man sich wohl Haut für Haut zum Kern vorschälen, bleibt nix anderes überig.
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 02.10.2011 um 18:24.]
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Verfasst am: 02. 10. 2011 [21:44]
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schalom
Dabei seit: 21.02.2011
Beiträge: 143
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Also ich kann Euch Beiden voll zustimmen! Alle Bereiche menschlichen Seins müssen in Einklang kommen. Mehrere Wegstrecken sind oft nötig. Und, Ja, wir brauchen etwas, was außerhalb von uns ist, aber für uns ist und das ganz und gar (Extra nos, pro nobis)! Das seht über all den verschiedenen, manchmal mehrgleisigen Wegen
und diese sollten in der Seelsorge, Beichte verbunden bzw. berücksichtigt werden können. Machmal kann der eine Weg Beichte am Anfang stehen, manchmal der andere, Therapie. Wieder ein andermal laufen sie zusammen. Oder, oder ... Es wurde von Euch, Sr. Veronika, Medea, treffend genannt.
Es ist m.E. wichtig, dass der Sinn, das Grundanliegen der Beichte wieder mehr ins Bewusstsein gelangt. Das Aussprechen, Bekennen und Benennen, das (Los)Lassen von "Sünde(n)" uns zum Heil gereichen soll. Man bemerke bitte, ich schreibe ausdrücklich hier nicht Heilung, weil es im Leben auch Dinge geben kann, die wir zu tragen haben, vielleicht vorübergehend oder wie Paulus es schreibt, ein Leben lang, sie aber dennoch zu unserem Heil sind. Wir schauen jetzt wie in einen Spiegel...
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