Novene zu Ehren der hl. Klara: Lebensweg - Weg des Lebens.

I.Geboren.   II.Gewachsen.   III.Begegnet.   IV.Entschieden.  V.Verborgen.

VI. Strahlend.       VII. Gottvertrauend.       VIII. Betend.      IX. Dankend.


I. Geboren.
Wie ein Leben gelingt, kann niemand vorher sagen. Jedes Menschenleben an sich beginnt daher mit den gleichen Veraussetzungen: Es ist in diese Welt und in diese Zeit hineingeboren. Es wird dieser Welt und dieser Zeit zugemutet - und umgekehrt – die Welt und die Zeit wird ihm zugemutet. Der Erfolg wird sich keineswegs daran messen lassen, wie die Welt es sieht: Nicht Gesundheit, Geld, Ruhm spielen die Hauptrolle.
Das zeigt uns das Leben der hl. Klara deutlich. Adelig, reich, wohlbehütet geboren als ein Sonnenkind. Klara – das heißt die Strahlende, die Klare. Dies wird ihr in die Wiege gelegt.
Sie wird zu dieser "Lichtgestalt" auf eine Weise, die kaum jemand erwartet hätte, und doch wird sie gerade so zu einem Licht, das nie erlischt, weil es bist zur Ewigkeit reicht...

Herr, auch ich bin dieser Welt zugemutet – jetzt und hier – und sie mir. Auch mir hast Du ein Wort, eine Sendung in die Wiege gelegt. Du warst da, als ich entstand. Du warst da, als ich geboren bin. Du hast für mich diese Zeitgeschichte gewählt. Bitte, hilf mir, in ihr meinen Platz, meine Aufgabe und Herausforderung zu erkennen und zu erfüllen. Amen.

Psalm 139 B

Gebet: Hl. Klara. Du hast in deinem Leben nichts dem "Zufall" überlassen. Wachsam und hellhörig achtetes Du auf die Zeichen der Zeit und gabst mit deinem Leben eine liebevolle Antwort. Erbitte für alle, die meinen Lebensweg durchgekreuzt und mitgestaltet haben Gottes Segen, damit wir alle im Willen Gottes geborgen sind und ihn tun. Denn Gott ist der Gute, das höchste Gut. Amen.

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Nach der Lebensbeschreibung der hl. Klara von Thomas von Celano:
"Bald trat das Mädchen Klara ans Licht. Lernbegierig nahm sie aus dem Mund ihrer Mutter die Anfangsgründe des Glaubens auf. Durch den Geist, der sie innerlich beseelte und formte, nahm sie Gottes gnädiges Wirken in sich auf. Gerne öffnete sie ihre Hände den Armen und half mit dem Überfluss ihres Zuhauses vielen in der Not. Sie trug ein mitfühlendes Herz in sich, das sich des Elends der Unglücklichen erbarmte."

Mit Seele, Geist und Leib sind wir Dir, ähnlich, Gott. Es ist wichtig, diese drei zu unterscheiden, die aber dennoch eine Einheit bilden. So ist bereits der Glaube an Dich gründlich in uns hineingelegt. Doch braucht es einen anderen "Mund", der uns dir nahe bringt. Der Glaube wird durch die Glaubenden weiter gereicht. So wie wir ihn empfangen durften, sind wir diejenigen, die ihn anderen vermitteln können. Doch wie schwer ist das. Die heilige Klara fängt mit ihren Händen an. Und öffnete ihr Herz.

Psalm 34 A

Gebet: Heilige Klara, auch du warst unerfahren und hast lernen müssen, wie Gott sich offenbart: Durch die Eltern, Lehrer, durch die Mitmenschen in Not, die Armen. Du hast die ersten Schritte gewagt, diesen Gott zu "berühren" durch deine Hände und ihm ein Heim geöffnet – dein Herz. Bitte für uns, dass auch wir lernen, Gott zu begegnen, ihm in unserem Leben Wohnung zu geben, damit er sich durch uns den anderen schenken kann, durch den Mund, die Hände, das Herz. Amen.

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Es können kleine Situationen sein, oder ganz einfache Menschen, die in uns etwas in Bewegung bringen. Auf Klang folgt Resonanz, die mitunter das ganze Leben beeinflussen kann. Klara hört von Franziskus, der ein neues Leben anfängt. Und Franziskus hört von Klara, die bei den Armen beliebt ist. Sie begegnen einander und Franziskus spricht aus Klaras Seele. Sie haben die gleiche Liebe und den gleichen Weg gefunden: Jesus.
Sie sind ihm begegnet und es bleibt nicht dabei. Die Begegnung wächst und reift zur Hingabe.

Gott, durstig hast du uns geschaffen: Durstig nach Sinn, nach Wort, nach Zeichen, nach einer Weise, in der wir zur Erfüllung gelangen können. „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“ (Hl. Augustinus). Um dir zu begegnen, musst du uns entgegen kommen. Du tust es in den kleinen Situationen, in einfachen Menschen...

Psalm 19 A

Gebet: Hl. Klara, kaum konntest du als Adelige dein Haus verlassen, dennoch kam die wichtigste Nachricht für dein Leben zu dir. Heute sind wir nicht abgeschirmt – wir sind überschwemmt mit Nachrichten, Worten, Bildern... Die Situation ähnelt der deinen als ein anderes Extrem. Bitte für uns, dass wir das Richtige wahrnehmen und befolgen. Dass wir zu dem finden, was uns zum Leben wird. Dass uns das Leben begegnet. Amen.

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Gleich am Anfang stellen sich der heiligen Klara heftige Widerstände in den Weg. Mit allem Mut und aller Kraft hat sie ihr elterliches Heim durch die Tür des Todes verlassen. Das kann die Familie nicht akzeptieren – und so stellen sie ihr nach, mit Drohungen und Schmeicheleien, mit allem, was Menschen so aufbieten können, um jemanden auf ihren Weg zu ziehen.

Klara sucht Zuflucht bei dem, der schon in ihrem Inneren wohnt, der sie herausgerufen hat, ja, dem sie ganz anhangen will, sie birgt sich im Schutz des Altares. Und von dort geleitet Jesus sie sicher über S. Angelo de Panzo nach San Damiano. Hier hat Franziskus angefangen, dem Anruf Gottes zu gehorchen, hier wirft Klara entschieden den Anker ihrer Seele auf Grund.

Herr Jesus, mit Klara möchten auch wir so sicher bei dir ankommen und uns von dir geführt wissen."Die Ernte ist reif... bittet den Herrn, er wird euch überreich geben...", hast du uns zugesichert. Hilf uns, entschieden auf dem Weg zu bleiben und liebend treu. Amen. 

Psalm 91

Gebet: Heilige Klara, du zartes, christusliebendes Mädchen, in Treue zu deiner Überzeugung hast du alles gewagt, dich von Jesus Schritt für Schritt führen lassen. Bitte, stärke die Herzen der jungen Frauen, die gerade jetzt auf dem Weg der Suche sind, die auf dich schauen und wissen möchten, wie sie ihre Berufung heute leben können. Bitte begleite sie, auch in unser Kloster, führe sie zu Jesus. Amen.

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Wer die Pflanzen kennt, weiß: sie brauchen viel Zeit. Sie müssen durch viele Phasen durch: Keimung in der Erde, Durchbruch zum Licht, Formung der Pflanze, Blütezeit, Fruchtstand, Bildung der Samen, Absterben. Die hl. Klara nennt sich „kleine Pflanze“. Sie ist sich bewusst, dass sie ihr Leben lang in etwas hinein zu wachsen hat. In ihre ihr eigens zugedachte Gestalt, Persönlichkeit.  Sie weiß auch, dass es ein „darüber hinaus“ gibt. Ihr Berufungsweg, der Ort, wo sie hinein gesät ist und fruchtbar werden kann, entfaltet sich bis zu dem Punkt, wo sie ihre Lebensweise weiter gibt – als guten Boden für neue Saat.

Gott, du selber bist der Sämann. Die Pflanze der hl. Klara hat es wunderbar geschafft, sie hat ihr Leben gemeistert. Sie hat sich auf den Boden eingelassen, der ihr der Beste zu sein schien: Den Boden der Armut, Demut und Liebe. Still wuchs sie, den Menschen verborgen. Reifte zur vollen Schönheit ihres inneren Menschen.

Cant. Dtn 32,1-12

Gebet: Hl. Klara. Lehre uns Geduld und Beharrlichkeit. Lehre uns Vertrauen in unseren Weg, den wir für unser Leben gewählt haben, von dem wir dachten, er sei der beste für uns... Nicht das formt uns, was zu sehen ist, was einen messbaren Wert hat... Gerade die schlichtesten Dinge in ihrer Demut, Armut und Stille können uns mit Liebe durchströmen. Und sie ist fähig, uns durch alle „Pflanzenphasen“ zu tragen ohne Bedauern, ohne Angst. Amen.

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Nach der Lebensbeschreibung der hl. Klara von Thomas von Celano:
„Es dauerte nicht lange, da verbreitete sich der Ruf der Heiligkeit Klaras über die benachbarten Gegenden und von allen Seiten strömten Menschen zu ihr. Junge Frauen beeilten sich, nach ihrem Beispiel Christus zu gehören. Die Mutter lud die Tochter, die Tochter die Mutter zur Christusnachfolge ein, die Schwester begeisterte dazu ihre Schwestern, die Tante ihre Nichten. Alle begehrten in nacheiferndem Verlangen, Christus zu dienen.“

Da war ja viel los um die hl. Klara. Es sieht so aus, als ob sie auf eine Goldader gestoßen ist. Ein totaler Erfolg. Doch bleibt Klara im Hintergrund – Jesus ist es, den sie zu vermitteln weiß. Jesus ist es, der anzieht, der begeistert. Jesus im Spiegelbild von Klaras Leben. Was sie tut, zeigt auf ihn. Was sie lebt, bietet ihm Platz. Was sie sagt, schenkt seine Liebe.

Psalm 45 B

Gebet: Jesus, müssen es immer die Heiligen sein? Müssen es nur Heilige sein, die es vermögen, für das, was sie als das kostbarste erfahren haben, andere zu begeistern, es ihnen zu schenken? Müssen es diese Sonntagskinder, die besonders begabten, die außergewöhnlichen?
Du bist doch in einem Stall geboren, nicht in einem extra dafür geeigneten Ort. Bitte, nimm an, was wir dir bieten können, die wir eher mittelprächtig, oder gar schwach strahlen. Strahle auch durch unser kleines Licht, sogar nur Funken. Du bist so kostbar. Hl. Klara, bitte für uns.

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Im Kloster San Damiano, wo Klara und ihre Schwestern lebten, gab es oft Not. Mal fehlte das Brot, mal das Öl, mal war das Kloster bedroht von einer Truppe feindlicher Soldaten. Aber auch Not  anderer Art bedrohte das Kloster und die Lebensweise zu ruinieren: Die römische Kurie war nicht von dem Lebensentwurf Klaras begeistert. Er schien zu streng zu sein, zu ungesichert.

Jesus, was gab Klara solche Festigkeit, was trug sie, so dass sie durch alle Nöte hindurch gehen konnte, ohne Angst? Es war ihr Gottvertrauen. Sie war sich ihres Weges so sicher, sie war sich so sicher, dass er von Gott gewollt ist – dass es sein Geschenk an sie ist, dass sie fest vertrauen konnte: Auch das Gelingen ist fest in Gottes Hand gehalten.

Psalm 23

Gebet: Hl. Klara, du zeigst uns, wie Vertrauen an Gott möglich ist. Wir wollen oft selber die Fäden in den Händen halten. Ungewissheit macht uns Angst und so suchen wir Absicherungen. Doch es ist ein Rennen ohne Ende, ein Fallen ins Netz. Hilf uns, das gute Maß an Gelassenheit zu finden, hilf uns Gott immer wieder neu zu vertrauen, ihm zuzutrauen, dass er uns hält. Amen.

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Das Kreuzzeichen begleitet die hl. Klara tagtäglich. Sie segnet damit das Brot, bevor es geschnitten und verteilt wird, sie segnet damit ihre kranken Mitschwestern, die dann genesen. Klara betrachtet das Kreuz von San Damiano, das einst dem hl. Franziskus seinen Weg zeigte. Jesus schaut sie an - und sie hält diesem Blick stand. Sie lässt Jesus in ihr Inneres dringen und Jesus verwandelt sie liebend so, dass Klara seine Güte, Milde, Demut und sich schenkende Liebe ausstrahlt.

Jesus, das Gebet ist einfach. Es ist ein offener Blick unseres Inneren zu dir hin. In dir erblicken wir, was wir sind. Verwandelt in unsere wahre Gestalt sind wir fähig, dir die Antwort der Liebe zu geben - und den Mitmenschen.

Psalm 92

Gebet: Hl. Klara. Du zeigst uns, wie wir beten können. Durch dein Gebet bist Du Jesus so nahe gekommen, dass er durch dich die Menschen heilen konnte. Bitte für uns, dass auch unser Gebet, um das wir uns tagtäglich froh und gerne mühen, die Menschen  erreicht als die Nähe Gottes. Sie vertrauen sehr, dass es dies vermag. Amen.

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Aus der Lebensbeschreibung der hl. Klara nach Thomas von Celano.

Zu sich gewendet redete die sterbende Klara ihre Seele so an: Geh hin in Sicherheit, denn du hast ein gutes Geleit. Geh hin, denn der dich erschaffen hat, hat dich geheiligt. Er hat dich stets behütet wie eine Mutter ihr Kind und dich mit zärtlicher Liebe geliebt. Du, Herr, sei gepriesen, weil du mich erschaffen hast.“

Klara spricht sich selber Mut zu in der letzten Stunde ihres irdischen Lebens. Das Loslassen ist angesagt. Wie oft sind wir im Leben vor diese Notwendigkeit gestellt: Loslassen. In unserem Leben erleben wir bereits die Puzzle-Teile des Sterbens. Aber es bleibt nicht dabei! Bei jedem Loslassen werden wir frei für etwas Neues. Deshalb heißt es genauer: Loslassen und annehmen. Und annehmen. Loslassen und annehmen.

Jesus, du selber bist es, den wir erwarten können. Am Ende bleibst immer du – du bist der, der nie ganz weggeht – der in jeder Situation da ist – in jedem Loslassen gegenwärtig, weil du selbst es erlebt hast. Danke für dein Leben und für dein Sterben. Es macht unsere kleinen Tode und den letzten Tod zweisam. Danke, dass du da bist.

Psalm 30

Gebet: Hl. Klara. Du wusstest dich dein ganzes Leben lang begleitet, geleitet und behütet. Sogar im Tode wurdest du nicht verlassen von dem, auf den du dein ganzes Leben hin gelebt hast. Bitte für uns in den Stunden des Loslassens und Annehmens, und erbitte uns die Gnade, das gute Geleit Gottes im Sterben zu erfahren. Amen.

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Psalm 139 B

Herr, du hast mein Inneres geschaffen,
mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast.
Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
Als ich geformt wurde im Dunkeln,
kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde,
waren meine Glieder dir nicht verborgen.
Deine Augen sahen, wie ich entstand,
in deinem Buch war schon alles verzeichnet;
meine Tage waren schon gebildet,
als noch keiner von ihnen da war.
Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken,
wie gewaltig ist ihre Zahl!
Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand.
Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir.


Psalm 34 A

Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.     
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.     
Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.     
Ich suchte den Herrn und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.     
Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten
und ihr braucht nicht zu erröten.     
Da ist ein Armer; er rief und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.     
Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,
und er befreit sie.     
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!     
Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen;
denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel.


Psalm 19 A

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern,
eine Nacht tut es der andern kund,
ohne Worte und ohne Reden,
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.
Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut.
Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam;
sie frohlockt wie ein Held und läuft ihre Bahn.
Am einen Ende des Himmels geht sie auf
und läuft bis ans andere Ende;
nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.
Die Weisung des Herrn ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.


Psalm 91 A

Wer im Schutz des Höchsten wohnt
und ruht im Schatten des Allmächtigen,     
der sagt zum Herrn: Du bist für mich Zuflucht und Burg,
mein Gott, dem ich vertraue.     
Er rettet dich aus der Schlinge des Jägers und aus allem Verderben.     
Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, unter seinen Schwingen findest du Zuflucht,
Schild und Schutz ist dir seine Treue.     
Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt,     
nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche,
vor der Seuche, die wütet am Mittag.    
Weil er an mir hängt, will ich ihn retten; ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.


Cant. Dtn 32,1-12

Hört zu, ihr Himmel, ich will reden,
die Erde lausche meinen Worten.
Meine Lehre wird strömen wie Regen, meine Botschaft wird fallen wie Tau,
wie Regentropfen auf das Gras
und wie Tauperlen auf die Pflanzen.
Ich will den Namen des Herrn verkünden.
Preist die Größe unseres Gottes!
Er heißt: der Fels. Vollkommen ist, was er tut;
denn alle seine Wege sind recht.
Er ist ein unbeirrbar treuer Gott,
er ist gerecht und gerade.
Der Herr nahm sich sein Volk als Anteil, Jakob wurde sein Erbland.
Er hüllte ihn ein, gab auf ihn Acht
und hütete ihn wie seinen Augenstern, wie der Adler, der sein Nest beschützt
und über seinen Jungen schwebt,
der seine Schwingen ausbreitet,
ein Junges ergreift
und es flügelschlagend davonträgt.
Der Herr allein hat Jakob geleitet,
kein fremder Gott stand ihm zur Seite.


Psalm 45 B

Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiss dein Volk
und dein Vaterhaus!
Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm!
Die Töchter von Tyrus kommen mit Gaben, deine Gunst begehren
die  Edlen des Volkes.
Die Königstochter ist herrlich geschmückt, ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen.
Man geleitet sie in bunt gestickten Kleidern zum König,
Jungfrauen sind ihr Gefolge, ihre Freundinnen führt man zu dir.
Man geleitet sie mit Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Königs.
An die Stelle deiner Väter treten einst deine Söhne; du bestellst sie zu Fürsten im ganzen Land.
Ich will deinen Namen rühmen von Geschlecht zu Geschlecht;
darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.


Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang
und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.


Psalm 92

Wie schön ist es, dem Herrn zu danken, deinem Namen, du Höchster, zu singen, am Morgen deine Huld zu verkünden und in den Nächten deine Treue
zur zehnsaitigen Laute, zur Harfe,
zum Klang der Zither.
Denn du hast mich durch deine Taten froh gemacht;
Herr, ich will jubeln über die Werke deiner Hände.
Wie groß sind deine Werke, o Herr,
wie tief deine Gedanken!
Herr, du bist der Höchste,
du bleibst auf ewig.
Der Gerechte gedeiht wie die Palme, er wächst wie die Zedern des Libanon.
Gepflanzt im Haus des Herrn,
gedeihen sie in den Vorhöfen unseres Gottes.


Psalm 30

Ich will dich rühmen, Herr,
denn du hast mich aus der Tiefe gezogen und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.
Herr, mein Gott, ich habe zu dir geschrien und du hast mich geheilt.
Herr, du hast mich herausgeholt
aus dem Reich des Todes,
aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.
Singt
und spielt dem Herrn,
ihr seine Frommen,
preist seinen heiligen Namen!
Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, doch seine Güte
ein Leben lang.
Wenn man am Abend auch weint, am Morgen herrscht wieder Jubel.
Da hast du mein Klagen
in Tanzen verwandelt,
hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.
Darum singt dir mein Herz
und will nicht verstummen.
Herr, mein Gott,
ich will dir danken in Ewigkeit.