Unsere Tagesordnung enthält verschiedene Aspekte eines gesunden geistlichen Lebens. Sie ist so gestaltet, dass sie die Älteren und Schwachen nicht überfordert, aber auch so, dass es den jungen Schwestern nicht an Anspruch und Herausforderung fehlt. Sie ist sowohl für Frühaufsteher geeignet und freundlich zu den Nachteulen ;-).

 

Ein wichtiger Aspekt unserer Berufung ist die Askese, die so in der Tagesordnung nicht sehr heraus zu lesen ist. Sie kann nämlich ganz verschiedene Formen haben und jede von uns findet die, die für sie passend ist: Frühes aufstehen, Körperhaltung beim Beten, Mäßigkeit beim Essen, Bevorzugung einer nur sparsam geheizten Zelle, Schweigen, oder auch das Ertragen der Schmerzen und Krankheit im Alter... Unsere Tagesordnung erlaubt ein langsames Hineinwachsen in die Askese und einen verantwortungsbewussten Umgang mit ihr. Durch die Askese solidarisieren wir uns mit den Menschen, denen das Nötige für ihr Leben fehlt - mit den Armen also - und erfüllen so einen Teil unserer Berufung: Stütze der gebrechlichen Glieder des Leibes Jesu zu sein (3. Brief Klaras an Agens, Vers 8)

Tagesordnung:

Montag-Samstag

Freies geistliches Programm*

6.30 Uhr Laudes

7.15 Uhr Heilige Messe

 Frühstück

8.30 Uhr Terz

8.45 Uhr Arbeitszeit

11.30 Uhr Lesehore, Sext, Kreuzgebet, Angelus, Stille

12.15 Uhr Mittagessen

13.00 Uhr Freie Zeit (Erholung, Sport)

14.30 Uhr Arbeitszeit

16.00 Uhr Non, Betrachtung

17.00 Uhr Vesper

17.30 Uhr Freie Zeit

18.00 Uhr  Abendbrot mit Rekreation (außer Freitags)

Am Samstag: Freier Abend

19.00 Uhr Komplet

Silentium

Freies geistliches Programm

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Am Freitag: 19.00 Uhr Komplet + Eucharistische Aussetzung bis 20.00 Uhr bei uns in der Kapelle

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*Freies geistliches Programm: Geistliche Lesung (z.B. Vita der Heiligen), Lectio divina (Betrachtung der Heiligen Schrift), Andacht ad libitum (Rosenkranz, Kreuzweg, Novene...), Anbetung (in der Mutterhauskirche gibt es Ewige Anbetung) Studium (geistlicher Texte oder Franziskanischer Schriften)

Sonntag

Freies geistliches Programm

6.30 Uhr Laudes,
Terz, freie Zeit

7.45 Uhr Heilige Messe

9.00 Frühstück mit Rekreation (Außer an den Anbetungssonntagen**)

Freier Vormittag

11.30 Uhr Lesehore, Angelus, Sext

12.15 Uhr Mittagessen

Freier Nachmittag, Non

17.00 Uhr Betrachtung

17.30 Uhr Vesper

18.00 Uhr Freie Zeit

18.30 Uhr  Abendbrot mit Rekreation

19.30 Uhr Komplet

Silentium

Freies geistliches Programm

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**Anbetungssontag ist immer der erste Sonntag im Monat, es ist ein stiller Tag der geistlichen Erneuerung



Der Tag einer jeden Schwester ist von wechselnden Bestandteilen geprägt. Viele von ihnen werden von der ganzen Gemeinschaft getragen, einige aber sind der freien Verantwortung jeder einzelnen Schwester überlassen. Der Tag soll einen guten Ausgleich bieten von: Gemeinsam vorgetragenem wie persönlichem stillen Gebet, Arbeit, Freizeit, Gemeinschaft, Einsamkeit und Erholung. Unser Tagesablauf ist an unsere Dienste und Bedürfnisse angepasst, so kann er sich von Zeit zu Zeit auch ändern.

Es gelingt nicht immer, nach der Tagesordnung zu leben: Sie ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Ordnung. Das wichtigste ist der gute Wille. Und der Anfang - jeden Tag neu.


Fragen zur Tagesordnung

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Ist die Tagesorndung nicht zu schwer?

Jesus sagt: "Mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht". (Mt 11,30) Jesus spricht von beidem: Von einer Bürde und von der Leichtigkeit seiner Nachfolge. Von etwas, was schwer fällt, von Anspruch, der uns über uns hinauswachsen lässt, der aber zugleich leicht zu tragen ist, weil er Freude macht. Beides ist wichtig: Die "Strenge" der Herausforderung, und die Freude der Barmherzigkeit, der Nachsicht. Wenn einer Schwester etwas zu schwer ist, wenn dort die Leichtigkeit der Freude fehlt, soll sie es lassen, denn sonst würde die Last sie nur brechen. Vielleicht kann sie es später. Und oft ist die eigene Schwäche, der eine Schwester immer wieder nachgeben muss und darf die größte Herausforderung ;-).

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