Ordenstracht im Wandel der Zeit

Früher trugen bereits Anwärterinnen des Ordens - Postulantinnen - eine Art Ordenskleidung. Heute behalten sie in der Regel bis zur Einkleidung ihre Zivilkleidung.

Die hl. Klara gibt für die Kleidung folgende Regel: "Um der Liebe des heiligsten und geliebtesten Kindes willen, das in ärmliche Windeln eingehüllt in der Krippe gelegen ist, und um seiner heiligsten Mutter willen mahne, bitte und ermuntere ich meine Schwestern, dass sie immer geringwertige Kleidung tragen." (RegKl II.24).
In der Basilika Santa Chiara in Assisi wird Klaras Tunika, Habit und Mantel ausgestellt. Ein Bild und  Muster dazu finden Sie unter diesem Link weiter unten unter: "Büßergewand der hl. Klara von Assisi".

Bis vor dem II. Vatikanischen Konzil trugen wir die Kleidung nach den Konstitutionen der hl. Coleta von Corbie, auf deren Reform unsere Klostergründung zurückgeht. Sie ordnete die ganze Kleidung sehr detailliert. So sollte z.B. "die Stirn, beide Wangen und das Kinn größtenteils bedeckt werden, so dass das volle Angesicht der Schwestern nicht sichtbar ist."(Kol.Konst. II,31)

Nach dem II. Vatikanischen Konzil wurden neue Konstitutionen ausarbeitet und wir kehrten zur Einfachheit der Lebensform der hl. Klara zurück. Diege Kleidung wurde auch vereinfacht.

Angesichts der immer wärmer werdenden Sommer haben wir unsere Kleidung im Jahre 2009 wieder ein wenig einfacher gestaltet, wobei wir den Schnitt des schwarzen Schleiers behielten. Vor allem beim Gebet und der Betrachtung nicht allzu viel nach rechts und links zu sehen hilft uns bei der Konzentration und dem Sich-öffnen für die wirkende Gnade Gottes.

Der braune Habit blieb aber immer der gleiche: In der Kreuzform geschnitten ist er ein Symbol dafür, dass wir Christus angezogen haben. (Por Gal 3,27)

Die Kordel - das Zingulum. Anstatt des Gürtels legte der Hl. Franziskus sich das Zingulum um die Hüften. Der Gürtel war im Mittelalter sehr bedeutsam: Er zeigte die gesellschaftliche Stellung der Person, die ihn trug, war sehr kostbar und die Ritter hatten daran ihre Geldkatze befestigt. So wollte Franziskus seine Liebe zur Armut auf diesem Wege zeigen. 

Die Bedeutung der Knoten ist ungewiss. Auf frühen Abbildungen waren es manchmal sehr viele. Man geht davon aus, dass die Knoten als Vorrat dienten im Falle, dass der Strick riss. Erst in viel späteren Zeiten fing man an sie auf die Zahl drei zu beschränken und sie als ein Zeichen für die drei Klösterlichen Gelübde zu deuten.




Ordenskleid

Postulantinnenkleidung bis zum II.Vatikanischen Konzil

Ordenskleid der Klarissen-Colletinnen

Ordenskleid der Klarissen nach dem II. Vatikanischen Konzil

Unser Ordenskleid heute