03.01.2012 00:00 Alter: 6 yrs
Kategorie: Franziskanisches Kallender

3. Januar - Name Jesu (Gedenktag)


Gedenktag des heiligsten Namen Jesu

„Den Namen Jesus, wunderbar erhaben über alle Namen, kommt wir beten ihn an.“ (Antiphon zum Invitatorium)

Gläubige Christen verehrten den heiligsten Namen Jesus schon seit Anfang der Kirche. In den liturgischen Feiern begann die Verehrung erst ab dem 14. Jahrhundert. Vor allem der hl. Bernardin von Siena, ofm und seine Gefährten scheuten keine Mühe, die Ehre dieses Namens zu verbreiten, hauptsächlich in Italien. Als liturgisches Fest feiern wir den Namen Jesu ab dem 16. Jahrhundert. 1530 erlaubte Papst Clemens VII. dem Minderbrüderorden (Franziskaner) als erstem, den Namen Jesus in dem Stundengebet zu feiern. 1862 billigte Papst Pius IX. die Litanei zum heiligsten Namen Jesu.

Die Bedeutung des Namens Jesus

Im hebräischen Jeshua, Jehoshua bedeutet der Name: "Gott gibt Rettung".

Dieser Name drückt Identität und zugleich die Sendung aus. Der Name Jesus bedeutet, dass der Gottesname selbst in der Person des Gottessohnes gegenwärtig ist. Er ist Mensch geworden, um uns von der Sünde zu befreien. „Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“ (Apg 4,12)

Die Auferstehung Jesu gibt Gott Ehre und zeigt im vollen Umfang die höchste Macht des Namens, „der über alle Namen ist“ (Phil 2, 9-10). Böse Geister fürchten seinen Namen (Apg 16,18) und die Jünger Jesu vollbringen in senem Namen Wunder (Mk 16,17), weil der Vater ihnen alles gibt, worum sie in Jesu Namen bitten (Jn 15,16).

Der Name Jesus und das Gebet

Der Name Jesus ist im Zentrum des christlichen Gebetes. Alle liturgischen Gebete enden mit der Formel „durch Jesus Christus, unseren Herrn“.

Der Name, der alles enthält, ist der Name, den der Sohn Gottes bei der Inkarnation empfangen hat: Jesus.

Gottes Name ist für die menschliche Lippen unausprechbar, aber das Wort Gottes, dadurch, das es unsere Menschennatur angenommen hat, gibt uns ihn und wir können ihn anrufen. Der Name Jesus enthält alles: Gott und Mensch und die ganze Ökonomie der Schöpfung und  Rettung. Allein sein Name enthält die Gegenwart, die er bezeichnet. Jesus ist der Auferstandene, und wer seinen Namen anruft, nimmt Sohn Gottes an, der uns geliebt und sich für uns hingegeben hat.

Die Anrufung des heiligen Namens Jesu ist der einfachste Weg des immerwährenden Gebetes. Wenn ihn ein aufmerksames Herz oft in Demut wiederholt, verstreut sich die Anrufung nicht in vielem Reden, sondern hält das Wort und bringt Frucht. Dieses Anrufen ist zu jeder Zeit möglich, weil es keine Beschäftigung neben einer anderen ist, sondern nur die einzige und zwar: Gott, der in Jesus Christus jede Tätigkeit belebt und verwandelt, zu lieben.

Der Name Jesus und der hl. Franziskus

Im Bericht über Weihnachten in Greccio hinterließ und Thomas von Celano über den hl. Franziskus diese Nachricht: „Dann predigt er dem umstehenden Volk von der Geburt des armen Königs und bricht in lieblichen Lobpreis über die kleine Stadt Bethlehem aus. Oft wenn er Christus "Jesus" nennen wollte, nannte er ihn, von übergroßer Liebe erglühend, nur "das Kind von Bethlehem" und wenn er "Bethlehem" aussprach, klang es wie von einem blökendem Lämmlein. Mehr noch als vom Worte floß sein Mund über von süßer Liebe. Wenn er das "Kind von Bethlehem" oder "Jesus" nannte, dann leckte er gleichsam mit der Zunge seine Lippen, indem er mit seinem glückseligen Gaumen die Süßigkeit dieses Namens verkostete und schlürfte.“

Und weiter schreibt Celano von dem persönlichen Gebetsleben des hl. Franziskus (Cel1,115): „Aus der Fülle des Herzens redete sein Mund und die Quelle seiner erleuchteten Liebe, die sein ganzes Innere erfüllte, sprudelte über nach außen. Immer war er mit Jesus beschäftigt, Jesus trug er stets im Herzen, Jesus im Munde, Jesus in den Ohren, Jesus in den Augen, Jesus in den Händen, Jesus in seinen übrigen Gliedern. Wie oft vergaß er, wenn er zu Tisch saß und "Jesus" hörte oder nannte oder nur dachte, die leibliche Speise und, wie man von einem Heiligen liest: "Er sah und sah doch nciht, er hörte und hörte doch nicht. Ja noch mehr! Oft, wenn er seines Weges ging und "Jesus" dachte oder sang, vergaß er seines Weges und forderte alle Elemente auf zum Lobe Jesu."

Literatur:

Katechismus der katholischen Kirche

Franziskanisches Stundengebet

Franziskanische Quellen

 

Aus der Schrift des hl. Bernhardin von Siena "Das ewige Evangelium"

(2. Lesung in der Lesehore vom 3.1.)

Sicheres Fundament des Glaubens ist der Name Jesus; er amcht uns zu Kindern Gottes

     Das ist der hochheilige Name: Die Väter der Vorzeit haben ihn heiß ersehnt, voll Bangen erwartet, durch Lauheit hinausgezögert, mit Seufzern herbeigefleht, unter Tränen begehrt; als die Zeit erfüllt war, wurde er uns gnädig geschenkt. Verbirg, o Jesus, den Namen "Macht". Nenn nicht den Namen "Rache". Halte zurück den Namen "Gerechtigkeit". Lass uns statt dessen den Namen "Bermherzigkeit" vernehmen; in meinen Ohren erklinge der Name Jesus, weil dann deine stimme in Wahrheit lieblich ist und dein Antlitz voll Huld.

Das Sichere Fundament des Glaubens ist der Name Jesus; er macht uns zu Kindern Gottes. Der katholische Glaube gründet in der Erkenntnis Jesu und im Lichte, das von ihm ausgeht. Jesus ist das Licht der Seele, das Tor zum Leben und das Fundament des ewigen Heiles. Wer diesen Glauben nie gehabt oder wer ihn wieder verloren hat, wandelt gleichsam ohne Licht durch finstere Nacht und stürzt sich blindlings in alle Gefahren. Mag er auch noch so gescheit sein, er folgt einem blinden Führer, wenn er sich auf seinen eigenen Geist verlässt, um die Geheimnisse des Himmels zu erkennen. Er will ein Haus bauen ohne Rücksicht auf das Fundament. Er sucht über das Dach in das Innere zu gelangen, anstatt durch die Tür zu gehen. Dieses Fundament ist Jesus. Er ist das Licht. Er ist die Tür. Er hat sich allen als Licht des Glaubens gezeigt, um den Irrenden den Weg zu weisen. Mit seiner Hilfe kann man Gott, wenn er unbekannt ist, suchen; wenn man ihn gesucht hat, an ihn glauben; wenn man an ihn glaubt, ihn auch finden.

Dieses Fundament trägt die Kirche, die auf den Namen Jesus errichtet ist. Der Name Jesus ist der Glanz des Predigers; durch diesen Namen wird sein Wort lichtvoll erhellt, verkündigt und aufgenommen. Wie hätte sich sonst das Licht des Glaubens in der ganzen Welt so mächtig, so schnell und so leuchtend ausbreiten können, wenn nicht Jesus gepredigt worden wäre? Hat Gott uns nicht gerade durch die Lleuchtkraft und den herrlichen Klang dieses Namens in sein wunderbares Licht berufen? Allen, die erleuchtet sind und in diesem Licht das Licht schauen, sagt der Apostel mit Recht: "Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichtes!"

O herrlicher Name! Name voll Huld, aller Liebe wert und voll Kraft! Durch dich wird die Schuld erlassen und der Feind besiegt. Durch dich werden die Verzagten befreit, die Mühseligen gestärkt und erquickt. Du bist die Ehre der Gläubigen, der Lehrer der Prediger, die Stärke der Tätigen und der Halt derer, die zu versagen drohen. Du bist die Glut sehnsüchtiger Erwartung, die Erfüllung aller Bitten, du die Seligkeit aller, die dich in Beschauung erfahren. In dir rühmen sich alle, die du verherrlicht hast. Liebreicher Jesus, lass auch uns mit ihnen einst herrschen durch deinen hochheiligen Namen!