Kategorie: Franziskanisches Kallender

24. Mai - Weihetag der Basilika San Francesco in Assisi

Feiern wir in der franziskanischen Familie als Fest.


Am Tag nach der Heiligsprechung des hl. Franziskus, am 17. Juli 1228 legte Papst Gregor IX. bereits den Grundstein zur Kirche San Francesco in Assisi. Am 25. Mai 1230 wurden dorthin die Gebeine des hl. Franziskus von San Giorgio übertragen. Da die Gefahr drohte, dass die Gruft wegen der kostbaren Reliquien ausgeraubt werden konnte, blieb der Ort geheim. Erst nach 300 Jahren fand man das Grab wieder - unter dem Altar, wo dann eine Krypta gebaut wurde.

Der Platz, wo die Basilika steht, war ursprünglich ein Schutthügel vor der Stadtmauer. Dort wurden auch zum Tode verurteilte Verbrecher verscharrt. Der "Colle dell´inferno" (Höllenhügel) wurde sofort in "Paradieshügel" umbenannt, nachdem der Leichnam des hl. Franziskus dorthin überführt worden war. Eine Freska in der Unterkirche San Francesco zeigt, wie die Franziskaner vom Himmel die Verstorbene Verbrecher aus dem Schutt an den Stricken (Kordeln) hoch in den Himmel ziehen.

Die Kirche wurde in Rekordzeit von 30 Jahren vollendet! Sie besteht aus der Unterkirche, Oberkirche und Krypta. Der Platz vor der Oberkirche wurde mit Bauverbot belegt, damit der Ausblick auf die Fassade frei blieb.

Der Bau von zwei übereinanderliegenden Kirchen war teils durch das abschüssige Gelände bedingt, teils durch die doppelte Funktion als Ordens - und als Papstkirche.

(Literaturquelle: Assisi - Auf den Spuren des heiligen Franziskus, P. Théophile Desbonnets, Tau-Verlag, Schweiz)

Die Oberkirche ist vor allem durch die Fresken des berühmten Künstlers Giotto und seiner Schüler bekannt. Die Unterkirche ist auch mit der Austellung der Reliquien-Gegenstände aus der Zeit des hl. Franziskus empfehlenswert. Und die Krypta mit den Gräbern der ersten Bruderschaft spricht für sich selber...

Einem Menschen, der Armut gewählt und sein ganzes Leben arm gelebt habt, der sein Hab und Gut und alles, wofür ihn seine Urprungswelt geschätzt, berühmt und geehrt machen konnte, verlassen hat um arm den armen Christus nachzufolgen, ausgerechnet zu seiner Ehren baute man eine Basilika - und das in einer Rekordzeit von ca 30 Jahren! Nicht nur das, sondern auch sein Name blieb frisch bis heute - schon 800 Jahre. Wie paradox! Den größten Gewinn macht die Armut, den größten Ruhm der Ausstieg aus der guten Gesellschaft, die besten Reden und das beste Programm das Schweigen und das Gebet und die Nachahmung und das Vorbild, der schlichte Dienst an dem einfachen Menschen, der mir begegnet...

Was dem Leben eines Menschen die Ehre bringt... kann zu einem Baustein werden für die eigene "Basilika". Es sind die Momente, die ein Leben kostbar und erfüllt machen. Sie müssen nicht vollkommen sein!

Gott sagt uns herrlichen Lohn zu. Er selbst wird nach unserem Tode eine Basilika errichten. Er weiß, was für Material wir mitbekommen haben, wie wir mit ihm in unserem Lebens-Wandel umgegangen sind, wie wir uns verwandeln ließen. Dazu braucht es nicht viel! Es reicht unsere Armut, unser menschliches Ungenügen, unsere kleine Liebesfähigeit. Gottes Baustil ist originell und kreativ. 

Gott kann aus Nichts Alles machen!