06.08.2018 17:09 Alter: 103 days

Novene zum Klarafest - 5. Tag


5. Tag – Vertrauen

„Ich, Klara, Christi und der Armen Schwestern des Klosters zu San Damiano unwürdige Magd, die kleine Pflanze des heiligen Vaters Franziskus, habe mit meinen Schwestern die überragende Größe unserer Berufung und die Weisung eines solchen Vaters bedacht.
Ich habe zugleich auch an die Schwäche der anderen gedacht, wie wir sie nach dem Heimgang unseres heiligen Vaters Franziskus, der unsere Säule, nach Gott unser einziger Trost und unsere Festigkeit war, auch in uns selbst fürchteten.“ (Klaras Testament 37-38)


1212 beginnt Klara ihren Weg unter der Obhut des hl. Franziskus. Schon 1226 stirbt er, Klara muss weitere 27 Jahre ohne seine Schutz und Unterstützung auskommen. Wie schwer es ihr war und wie voller Not und Sorge war sie doch, bezeugt sie ehrlich in ihrem Testament. Wie so ließ Gott zu so eine große Verlust? Wie sollte es weiter gehen?

Vorgestern habe ich versucht, mich frei zu machen von den Gottesvorstellungen, die andere von ihm haben und meine eigene Gotteserfahrung mir zu vergegenwärtigen. Gestern wagte ich den schlichten Glauben nach meinen Möglichkeiten.

Heute gehe ich ein Stück weiter: Wie die anderen sich in der Gotteserkenntnis täuschen konnten und einen Gott vermittelten, mit dem ich nicht zurecht kommen konnte, genau so ist es möglich, dass auch ich mich in meinen Vorstellungen oder Erfahrungen irre. Vielleicht schreibe ich Gott zu, was ihm nicht zusteht, oder erwarte ich von ihm etwas, was er nicht ist...

Ich wage heute einen mutigen Schritt: Von allen Vorstellungen und Erkenntnissen ab zu lassen und mich Gott zu öffnen, wie Er wirklich ist. Das nämlich, kann nur Er wissen und jeder Mensch, dem sich Gott auf irgendwelche Weise zeigte. Heute lasse ich ihn zu mir sprechen.
Dabei öffne ich den Raum auch für das Unverständliche, für das, was ich sperrig in Beziehung zu Gott finde, ich schaue auf Lebensbereiche, die mir vielleicht Angst machen oder mich ärgern. Wir wehren uns, wenn wir eine Verwundung ahnen, wir fliehen vor dem Schmerz. Gehört aber auch das nicht zur Farbskala des Lebens? Würden wir den Regenbogen ohne die dunklen Schattierungen genießen? Mit Gott brauche ich keine Angst vor Schmerz und Wut zu haben, vor den Wunden, die uns das Leben schlägt. Denn: Er weiß von ihnen und kennt sie auch.

Heute wage ich es, die schwierigere Gefühle zu zu lassen, sie erleben, ihnen Raum zu lassen. Ich bin in diesem Raum nicht allein, mein Gott ist da und steht mir bei.


Heilige Klara, bitte für uns.