Außenschwester
definition:Schon die hl. Klara erwähnt die "Außerhalb des Kloster dienende Schwestern". Diese Tradition gibt es bis heute und wird verschieden gehandhabt... (Mehr dazu: Anklicken)

Strenge Klausurvorschriften (die Schwestern dürfen das Kloster nicht verlassen) gehen schon auf den Papst Innozent III. zurück - also zu Lebzeiten der hl. Klara. Mit strengem Organisieren wollte der Papst in der Zeit des großen Aufblühens der Armutsbewegungen die Frauengemeinschaften ordnen und überschauen. Damit die Klausur nach den Vorschriften gehalten werden konnte, musste es auch Schwestern geben, die für die Dienste nach Außen hin (Pforte, das Besorgen von notwendigen Sachen usw.) bestimmt wurden. Diese legten in der Profess kein Klausurgelübde ab. Mit der Zeit etablierte sich diese Form als eine besondere Berufung, die in einigen Gebieten zeitweise ausartete: Es bildete sich eine Gemeinschaft in der Gemeinschaft. Diese Trennung verschärfte sich besonders nach den Reformen der Observanz im 16.-17. Jhdt. Die Außenschwestern hatten außer einem Jahr, welches sie im Noviziat der Klausurschwestern verbrachten, keinen Kontakt mehr mid den Klausurschwestern und umgekehrt. Nur die Äbtissin, der beide Gemeinschaften unterlagen, hatte zu den Außenschwestern Zugang.
Der II. Vatikanische Konzil rief zur Erneuerung der Ordensgemeinschaften. Es erlaubte nicht mehr diese scharfe Trennung, wobei die Berufung zur Außensschwester immer noch in unseren Konstitutionen (Erläuterungen zur Regel) rechtlich verankert blieb.
Heute verstehen wir die Berufung zum Dienst an der "offenen Seite des Klosters" als eine genauso besondere und einzigartige Berufung, wie die Berufung zu einer Klausurschwester. Außer dem Unterschied, dass die Außenschwestern kein Gelübde der Klausur ablegen und nicht in die Leitung des Klosters gewählt werden können, sind sie ohne Unterschied voll integriert in die Klostergemeinschaft. Darüber hinaus dürfen sie 1x pro Jahr für einige Tage ihre Verwandten besuchen, können teilnehmen an kirchlichen Veranstaltungen u.ä.
Beide Berufungen ergänzen sich, dienen einander und schenken sich gegenseitig den Raum, in dem sie jede als solche konsequent und authentisch gelebt werden kann.

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