Berufung hat Jesus

Wie leicht sprechen wir: Habe ich eine Berufung? Ist dies oder jenes meine Berufung? Aber können wir überhaupt die Berufung haben, besitzen? Blick aus einer anderen Perspektive macht den Unterschied.


Holy sheep

Alles in der Berufung dreht sich um die Sehnsucht. Die Sehnsucht lässt uns reifen zur Hingabe. Jesus ist jemand, der uns nie enttäuscht - und seinetwegen lohnt es sich, alle Widerstände zu überwinden. "Seine Liebe ist unaussprechlich" Hl. Klara


Nuns - commercial

Worum geht es denn in der Mode? Um die Kurzlebigkeit, -oder um die Kraft, sich über eine lange Zeit hinweg durchzusetzen? Das letztere trifft bei uns zu. Bereits über 800 Jahre schreiben wir Geschichte. Na dann: Wer immer IN sein will, soll ins Kloster gehen ;-)


Werde, der du bist

Berufung - etwas, wofür es sich lohnt zu leben ;-)


Reset

Das Thema Berufung treibt viele junge Menschen um. Orientierung und Entscheidungsfindung sind oft sehr schwer. Im Bemühen der Ordensgemeinschaften unserer Diözese ist ein Film entstanden, der zu denken gibt... Und der vielleicht ein wenig zeigt, wie eine Berufung entdeckt werden kann. Herzliche Einladung, den Film, einige Interviews und mehr dazu auf dieser Homepage zu sehen: http://www.frei-für-diese-welt.de


Berufung als Gnadengabe

"Unter den verschiedenen Gnadenerweisen, die wir vom Vater der Erbarmungen, der uns so reichlich beschenkt, erhalten haben und täglich erhalten, und für die wir ihm, dem glorreichen Vater Christi, ganz besonders Dank sagen müssen, ist es vor allem unsere Berufung, für die wir ihm desto mehr verpflichtet sind, je vollkommener und erhabener diese Berufung ist. Daher sagt der Apostel: „-Werde deiner Berufung inne!" Hl. Klara


Berufung: Liebe

Wichtig ist es, zwischen Form und Inhalt der Berufung zu unterscheiden. Die Form (Lebensweise) hilft dem Inhalt der Berufung. Die hl. Therese von Lisieux fand ihre innere und eigene Berufung. Mit einem Satz drückt sie es aus: Meine Berufung ist Liebe!


Berufung-Bestimmung

Wünsche, Pläne, Ideen, Projekte, Forderungen, Tätigkeiten kannst du viele haben. "Berufung ist nicht das, was du willst, sondern das, wozu du geboren bist". (Zitat aus dem Film: Der Kardinal).


Würdige Bestimmung

Hellen Keller sagt: "Viele Menschen haben eine falsche Vorstellung davon, was wahres Glück bedeutet. Man erreicht es nicht durch die selbstsüchtige Erfüllung eigener Wünsche, sondern in dem man einer würdigen Bestimmung treu bleibt." Maria ist ihrer würdigen Bestimmung treu geblieben. Im Evangelium vom 2. Februar hören wir davon, wie sie in Dankbarkeit für das Geschenk, Gottesmutter sein zu dürfen, ihr Opfer darbringt. Dort, in Treue zum Gesetz, begegnet ihr Gott in Simeon und Hanna, die ihr manches zum Geheimnis ihrer Berufung mitteilen. Unglaubliches. Und sehr schweres. Und Maria bleibt ihrer Berufung treu. Wahres Glück erfährt man, indem man einer würdigen Bestimmung treu bleibt.
Wie geht es mir? Bin ich glücklich? Wie wirke ich auf die anderen? Haben die wohl den Eindruck, dass ich glücklich bin? Und wie ist das mit meiner Bestimmung, die wir Berufung nennen? Lebe ich diese Berufung würdig?


Hat Gott etwas mit mir vor?

Gott sagt grundsätzlich JA zu einem Menschen. Er sagt konkret JA zu jedem Menschen, zu einem "Du". Gott ist das Gut - und wartet darauf, uns mit allem Guten zu beschenken - mit sich selbst. Die hl. Klara sagt in ihrem Testament: "Unter den verschiedenen Wohltaten, die wir von unserem freigebigen Spender, dem Vater der Erbarmungen, empfangen haben und noch täglich empfangen, und weshalb wir ihm dem glorreichen Vater umso mehr Dank erstatten müssen, befindet sich unsere Berufung. Je vollkommener und größer sie aber ist, desto mehr schulden wir dem Vater. Deshalb sagt der Apostel: "-Erkenne Deine Berufung" (vgl.1Kor 1,26)


Wer bin ich?

Aus dem Nicht-sein erweckt zum Sein tragen wir einen unzerstörbaren Kern in uns - einen Samen der Ewigkeit. Es gibt im Leben Situationen, wo wir ihn berühren, erfahren - Begegnungen mit uns selber, mit unserem inneren Menschen. Schau in den Spiegel und halte es lange aus. Was passiert dabei in Dir? Die hl. Klara sagt: Schaue in den Spiegel, bis Du Dich in das verwandelst, was Du im Spiegel bist. Werde wahrhaft Du! Jesus Christus hat sich oft dem Spiegel seines Selbst ausgesetzt in der Einsamkeit, bis er Den gefunden hat, der er ist - bis er den "Ist" gefunden hat - Gott. Sich dann den Menschen zuwendend ist er selber für sie zum Spiegel des "Ist" geworden. Wir sind berufen, Spiegel zu sein, sagt uns die hl. Klara. Schaue in den Spiegel Jesus Christus. Schaue so lange hin, bis Du Dich in das verwandelst, was Du in Ihm siehst. Bis Du das Geschenk des Seins - Gott - in Dir erschaust! Du hast es bereits in dir, was Du bist!


Verbotene Liebe?

Es kann passieren, dass Du Dich in einen Menschen verliebst, der bereits vergeben ist, gebunden an einen anderen. Es kann passieren, dass Du Dich in einen Menschen des gleichen Geschlechtes verliebst, oder in jemanden, der viel älter, oder viel jünger ist. Wenn Deine Liebe Dir Leid bringt, kannst Du wissen: Wir alle sind zur Liebe berufen. Der Unterschied ist, ob meine Liebe den Menschen frei lässt und ich frei bin, zu lieben, ohne ihn zu "haben", oder ob ich damit anfange, Grenzen der Distanz zu überschreiten. Liebe ich für mich, oder für den anderen? Was wird aus ihm werden, wenn ich ihn für mich zu gewinnen suche? Was mute ich ihm zu? Der Geliebte trägt keine Verantwortung für mein Liebesleiden. Der hl. Franziskus war ein leidenschaftlich Liebender. Das umbrische Lied erzählt, wie er weinend Christus bekennt, dass er viele und vieles liebt und sollte doch nur ihn lieben. Christus gibt ihm folgende Antwort: Auch er liebt all das, was Franziskus liebt. Gott liebt den Menschen auch, den Du liebst. Liebe also, wie Gott liebt. Kann es eine noch schönere und größere Liebe geben?


Darf ich Jesus lieben?

"Wenn Deine Liebe ihm gehört, bist Du keusch. Wenn Du ihn festhältst, bist du noch reiner. Und wenn Du ihn annimmst, wirst Du Jungfrau. Liebe jenen mit ganzer Hingabe, der sich um Deinetwillen ganz hingeschenkt hat. Seine Liebe zieht an, sein Anblick erquickt, seine innige Liebe schenkt Erfüllung. Von seinen Umarmungen bist du schon umfangen. In dieser Liebe mögest Du immer stärker entbrennen!" Heilige Klara.


Ich bin schuld

Es gibt im Leben Momente und Situationen, Worte und Taten, die wir gerne mit einer "Return-Taste" zurücksetzen würden. Doch im Leben geht es nicht und die Erinnerung ist nicht einfach auszulöschen. Es kann sehr viel Leid verursachen, wenn wir Leid verursacht haben. Geh in eine Kirche, wo ein großes Kreuz mit dem gekreuzigten Christus hängt. Geh hin, stelle, setze oder knie dich vor ihn hin und schau ihn an - so wie du bist - habe Mut, den Blick auszuhalten. Sag ihm, dass du hier so lange bleibst, bis er dich heilt. Und warte. Schaue und warte. Lass zu, was in der Zeit in dir passiert. Es gibt kaum eine schönere Gotteserfahrung, als diese!


Gibt es Gott? Wie erfahre ich Gott?

Gibt es Gott? ... Gibt es die Existenz? Die Erfahrung der Bibel ist diese: Gott ist. Gott ist, der ist. Gott ist, der da ist. Wie erfahre ich Gott? Die hl. Klara schreibt: Wie Maria Jesus leiblich in sich tragen konnte, so kannst Du ihn jederzeit geistlich in dir tragen. Gott, den die ganze Welt nicht zu fassen vermag, kann Deine Seele allein beheimaten.


Berufen - ganz zu sein

Ganz - ganz Du, ganz erfüllt und erfüllend wirst Du, wenn Du EINE Lebenswahl triffst. Habe keine Angst, den 999 Möglichkeiten nein zu sagen und die eine zu bejahen. Sie schafft Dir einen Raum, in dem Du alles einsetzen kannst, was in Dir steckt. Sie eröffnet geradezu eine Landschaft vor Dir, die Du kreativ mit Leben füllen kannst. Die scheinbare Begrenztheit, die die eine Wahl mit sich bringt - das - sich zu verpflichten und festzulegen, verwandelt sich in einen Schutzbereich, der Dir ermöglicht das eine Leben, dass Du hast, voll auszukosten. Aus der Zerstreutheit wird so Konzentration, die in die Tiefe führt. Du wirst dem Glück des Lebens auf die Spur kommen!


Was will ich wirklich?

In der Unendlichen Geschichte von Michael Ende bekommt Bastian eine große Macht: Alle seine Wünsche können in Erfüllung gehen. So wünscht sich Bastian was er nur will, wobei er nicht merkt, dass mit jedem erfüllten Wunsch eine seiner Erinnerungen verloren geht. Bastian verliert sich im Reich der Phantasie. Er verwechselt Wünsche mit seinem wahren Willen. Schließlich bleibt ihm nur noch eine Wahl - ein Wunsch - eine Erinnerung. Eine Erinnerung an jemanden, den Bastian liebt - an seinen Vater. Sein letzter Wunsch, diesen Menschen konkret mit seiner Liebe zu beschenken, macht es möglich, Bastian aus der Phantasie in die Realität - aus dem Traum ins Leben zu bringen. Bastian hat seine Berufung - ein liebender Mensch zu sein - gefunden. Was liebe ich wirklich?


Was will Gott von mir?

Was will Gott von mir?
Diese Frage stellen sich viele, die ernsthaft ihre Berufung suchen. Doch Gott gibt keine Antwort als die, die es bereits gibt: Sie erschließt sich aus unserer tiefsten Sehnsucht heraus. Also lautet die Frage so: "Was will ich wirklich? Was ist meine tiefste Sehnsucht?" Sei ganz sicher: Sie ist genau das, was auch Gott will


Stille

Jeder Laut, jeder Ton, jedes Geräusch, jedes Wort...
kommt aus der Stille heraus und versenkt sich wiederum in ihr. Stille kann unterbrochen werden, doch ist in ihr alles eingebettet und umfasst.
Letztlich ist sie unzerstörbar. Wenn uns die Musik schon so zu erfreuen vermag, obwohl sie bloß kurzlebig ist, wenn uns ein Wort so zu trösten vermag, obwohl es - ausgesagt - beendet ist...
Um wieviel mehr kann die Stille uns erfüllen, die eine ewige Musik und ein einziges andauerndes Wort ist...
Die Stille ist es, die uns dem Gehörten nachhorchen lässt, die die Musik und das Wort in uns zu verinnerlichen vermag. Stille verleiht den Raum zur beglückenden Erinnerung.


Zur Ehe berufen

Menschen, die Gott zur Ehe ruft, bekommen Anteil an der höchsten Berufung - am schöpferischen Mitwirken Gottes selbst - und dies in einer ausgesprochen innigen Gemeinschaft.
Der Ehepartner oder das Kind ersetzen nicht, was mir in meinem Leben an Geborgenheit und Liebe fehlt. Vielmehr ist die Ehe eine wunderbare Herausforderung, sich so zu entwickeln und so zu wachsen, dass ich ein Mensch der Freiheit werde. So frei, dass ich schenken und teilen kann und möchte: Meine Zeit, meine Kraft, meinen Körper, mein Interesse, meine Aufmerksamkeit, mein Herz.
So kann ich durch die Ehe all das Gut, das ich in mir trage tagtäglich erleben, ausleben, und im Leben der mir anvertrauten Menschen - und vor allem der Kinder - fruchtbar werden lassen.


Maria verehren?

Maria zeigt immer auf Jesus hin. Ihre letzten überlieferten Worte lauten im Joh. Evg: "Was er euch sagt, das tut!" Weil Maria der erste Mensch ist, in dessen Leben sich das Erlösungswerk Christi vollzog und erfüllte, ist sie ein willkommener Schlüssel dazu, Christus und seine Sendung zu verstehen und anzunehmen. Sie hat das bekannte "know how" - das "wissen wie".
Auch die Kirche half sich mit Maria, die Glaubenslehre zu artikulieren. So besagt z.B. der Titel Mariens "Theotokos" - Gottesgebärerin nicht, dass Maria eine Göttin wäre, sondern dass Jesus der einverleibte menschgewordene Gott ist.
Maria kann zu Jesus führen und unseren Glaubensweg - unsere Berufung zum Christ-sein sicher begleiten.


Persönliche Berufung

Berufung? Die tiefste Sehnsucht, in mein Inneres eingeschrieben, die ich entdecken kann. Wie eine Geheimkammer, in die nur ich eintreten darf, die Gott in mich hineingeborgen hat. Aber es hängt nicht vordergründig davon ab, ob ich im Kloster, -oder in der Familie bin, das Äußere vermag nicht so weit meine persönliche Berufung zu beeinflussen, dass ich sie nicht überall und immer leben könnte, weil sie in mir ist. Diese Berufung ist ein Geheimnis zwischen Gott und dem Menschen. Deshalb können wir nur gemeinsam sie entdecken. Gott hat den Schlüssel zu meiner Geheimkammer. Und es liegt an mir, ob ich sie betrete, ob ich die Türklinke drücke. Er wartet dort schon auf mich!


Warum lässt Gott das Leid zu?

- Ich glaube, wir Menschen dürfen uns trotz der weitgehenden Naturentfernung als ein Teil der Natur betrachten. Und sie ist nun mal verletzlich, leidend, sterblich.
- Ich glaube, dass der größte Beitrag Gottes für uns Menschen darin besteht, dass er selber Teil der Natur wurde - Mensch - verletzlich, leidend, sterblich.
Ein leidender Mensch erlebt die größte Einsamkeit in dem Zwischenraum des "nicht mehr" und des "noch nicht".
Da Jesus Christus das alles als Mensch durchmachte und als Gott überwand, ist er der einzige, der dem leidenden Menschen wirklich nahe sein kann. Er belebt den Zwischenraum und schenkt sich dem Leidenden in seiner tiefsten Einsamkeit. Wenn ich mein Leiden öffnen kann, dass es Jesus wird, der darin leidet - mit mir - wird das Leiden überwunden - befreit von Sinnlosigkeit und Willkür - erlösend.  So vertraut mir Jesus seine eigene Sendung an - wie groß ist diese Berufung!


Keuschheit

- An der Schönheit der Schöpfung dürfen wir uns immer erfreuen. Grundsätzlich ist alles gut, was aus der Erde hervorgeht. Doch liegt ein Unterschied dazwischen, ob ich mich an einer Blume erfreue, -oder sie gleich pflücke. Es ist der Unterschied zwischen sein lassen - und nehmen. Zwischen Freiheit - und Zwang. Zwischen Liebe - und Begierde.
Ich muss nicht haben, was mich erfreut - dabei büßt keine der Seiten ihre Schönheit und Reinheit ein. Sie bleiben unversehrt.











Würdige Bestimmung


Hat Gott etwas mit mir vor?


Wer bin ich?


Verbotene Liebe?


Darf ich Jesus lieben?


Ich bin schuld


Gibt es Gott? Wie erfahre ich Gott?


Ganz sein


Was will ich wirklich?


Was will Gott von mir?



Zur Ehe berufen


Maria verehren?


Persönliche Berufung


Warum lässt Gott das Leid zu?


Keuschheit