Mit der Eroberung der Neuen Welt kommen die Klarissen auch nach Lateinamerika. Dort entstehen die Gründungen aus den so genannten Recogimentos – Häusern des Rückzugs. Es sind kleine Frauengemeinschaften, die das Ordensleben anstreben, doch keine Mitgift haben. Ohne Anbindung an eine Regel widmen sie sich dem Gebet und oft auch dem Dienst an den Armen. Die ersten „fertigen“ Klöster sind die Gemeinschaften der Konzeptionistinnen, die in den spanischen Teilen von Lateinamerika entstehen.

Die Zeit der Reformation beseitigt die Klöster in Europa wirkungsvoll und zielbewusst. Das Ziel der Reformatoren ist es, die Frauenklöster in freie Institute umzuwandeln, in denen keine Gelübde abgelegt werden, keine Ordenstracht getragen wird, keine Klausur existiert, keine Gottesdienste abgehalten werden. Es sollen Erziehungsanstalten werden, in denen kleine und junge Mädchen ausgebildet und für eine christliche Ehe vorbereitet werden. Die Reformatoren lehnen die Ordensregeln, Ordensgewand, kirchliche Bestimmungen usw. ab. Es ist für sie ein „Menschenwerk, das in Zwietracht mit der Lehre des Evangeliums steht“.

Die Auflösung der Klöster folgt nach der Annahme des neuen Bekenntnisses. Die Katholiken sind immer mehr eingeschränkt, sie dürfen keine liturgischen Feiern und Traditionen mehr öffentlich durchführen (z.B. Prozessionen auf den Straßen). Die Klöster müssen während der Heiligen Messe ihre Kirchen zuschließen, damit niemand von außen dazukommen kann. Es ist Pflicht, an den Predigten der Reformatoren teilzunehmen.

Die Klöster bemühen sich, die sog. Reichsfreiheit zu erhalten – sie werden zu Freien Herrschaftshöfen. So überleben sie einige Jahrzehnte. Doch die feindliche Atmosphäre gegen die Klöster steigert sich.

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